Das ägyptische Parlament arbeitet an Änderungen zum Cybercrime-Gesetz, um Online-Wettanwendungen explizit zu kriminalisieren. Die vorgeschlagene Gesetzgebung zielt darauf ab, regulatorische Lücken in Bezug auf digitale Glücksspielplattformen, die im Land tätig sind, zu schließen.
Die bestehende Gesetzgebung verbietet Glücksspiel für Bürger, enthält jedoch keine spezifischen Bestimmungen für digitale Plattformen. Die neuen Änderungen werden elektronisches Glücksspiel explizit ansprechen und strengere Strafen einführen. In Fällen, die organisierte kriminelle Netzwerke und groß angelegten Betrug betreffen, könnten die Strafen bis zu lebenslanger Haft reichen.
Durchsetzung und App-Blockierung
Ahmed Badawi, Vorsitzender des Ausschusses für Kommunikation und Informationstechnologie des Parlaments, erklärte im Mai 2026, dass die Regierung diese Änderungen einreichen werde. Bereits früher in diesem Jahr begannen die Aufsichtsbehörden eine Kampagne, um etwa 80 % der Online-Wettanwendungen zu blockieren. Die russisch lizenzierte Plattform 1xBet wurde im September 2024 nach Empfehlungen des Parlaments aus dem Google Play Store und dem App Store entfernt.
Ähnliche Maßnahmen wurden Anfang 2026 auf MelBet angewandt.
Die legislative Initiative folgt früheren Bemühungen, dem digitalen Glücksspiel zu begegnen. Im Januar 2025 legte die Abgeordnete Martha Mahrous einen Gesetzentwurf vor, um elektronisches Wetten zu kriminalisieren, und beschrieb den aktuellen rechtlichen Rahmen als unzureichend. Sie hob den Anstieg der Glücksspielsucht und die Notwendigkeit spezifischer Gesetze hervor, um Online-Plattformen zu regulieren, die derzeit über ausländische Lizenzen operieren.